Marienkirche Leipzig-Stötteritz

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Geschichte

Wahrscheinlich hat Stötteritz bereits im Mittelalter eine kleine Kirche besessen. „Stötteritz“ bedeutet „Siedlung auf steinigem Acker“, und der Ort wurde 1325 zum ersten Mal erwähnt. Der Name der damaligen Kirche – die wohl eher eine  Kapelle war – ist nicht mehr bekannt. Die „Kirche zu Stötteritz“ gehörte seit der Reformationszeit als Tochtergemeinde zu Baalsdorf. Kirchlich selbständig wurde Stötteritz 1887, und erst seit 1906 trägt sie den Namen „Marienkirche“.

Das Kirchengebäude ist allerdings über 300 Jahre alt: 1702/03 wurde die Kirche gebaut. Die Vorgängerin war baufällig und zudem für die angewachsene Stötteritzer Bevölkerung zu klein geworden. Die neue Kirche hatte zunächst noch keinen Turm. Der schöne Zwiebelturm mit Laterne wurde erst 1712/13 hinzugefügt: zum einen, um die Glocken unterzubringen, zum anderen, weil auch in der neuen Kirche bald wieder Platzmangel herrschte. Der weite und große Turm sollte Platz für weitere 100 Gottesdienstbesucher bieten!

Kirche von Osten mit Blick aufg das Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes "unteren Teils"

Kirche von Osten mit Blick auf das Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes "unteren Teils"

Die Geschichte der Marienkirche ist eng mit den beiden Stötteritzer Rittergütern verbunden. Den Gutsbesitzern gehörte das Dorf, und sie waren zugleich Patronatsherren der Kirche. Zur Zeit des Baus der Kirche war die verwitwete Maria Magdalena Rinck von Dorstig, geborene Schmid von Schmiedefeld, Besitzerin des oberen Gutes. Das untere Gut gehörte Engelbert von der Burgk.

Das obere Gut wurde um 1900 abgerissen. Im unteren Gutshof ist heute der Verein zur Wiedereingliederung psychosozial geschädigter Menschen untergebracht.

Beide Patronatsfamilien trugen zum Bau und zur Ausstattung der Kirche erheblich bei, und so sind im Segmentbogen des Kanzelaltars die Wappen der Familie Schmid von Schmiedefeld und der Familie Rink von Dorstig eingelassen. Maria Magdalenas Sohn, Eucharius Gottlieb Rink von Dorstig (1670 - 1745), war ein berühmter Gelehrter seiner Zeit und u.a. Professor an der Universität zu Altdorf bei Nürnberg. Das in den Kanzelaltar eingefügte Tafelbild stammt wahrscheinlich von Wilhelm Pleydenwurff, einem Nürnberger Maler aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.  Es liegt nahe, dass Eucharius, der ein anerkannter Kunstsammler war, das Bild in Franken für „seine“ Kirche in Stötteritz erworben hat.

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© Marienkirchgemeinde Leipzig-Stötteritz | Letzte Aktualisierung: 04.12.2017
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