Marienkirche Leipzig-Stötteritz

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Pädagogisches Konzept


Pädagogisches Konzept

Kurzfassung
Kindertagesstätte der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde
zu Leipzig-Stötteritz
(Stand 27.06.2019)


1 Rahmenbedingungen
Unsere Kindertagesstätte wurde 1856 gegründet und ist somit der zweitälteste Kindergarten in Leipzig. Die Kindertagesstätte ist im Leipziger Stadtteil Stötteritz inmitten eines gründerzeitlichen Wohngebietes zwischen Oberdorfstraße und Sommerfelder Straße gelegen. In unmittelbarer Nähe befinden sich unter anderem die Marienkirche, das Pfarrhaus, das Stötteritzer Wäldchen und die Parkgärtnerei.
Zielgruppe sind vor allem Familien aus dem Stadtteil Stötteritz, bei entsprechender Kapazität aber auch aus angrenzenden Stadtteilen beziehungsweise dem Stadtgebiet von Leipzig allgemein. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Eltern aus der Gemeinde. Familien mit anderem oder ohne religiösen Hintergrund sowie mit alternativen Partnerschaftsformen sind mit ihren Kindern willkommen, sofern sie den christlichen Ansatz der Kita respektieren und für ihre Kinder mittragen wollen. Die – pädagogisch begleitete – Auseinandersetzung mit anderen Lebenskonzepten bereichert Kinder und Eltern nicht nur in ihrem Glaubensverständnis und Gottesbild, sondern auch in ihrer sozialen Entwicklung. Die evangelisch-lutherische Ausrichtung der Tagesstätte wiederum ist eine Einladung an Zweifelnde und Unentschlossene zur christlichen Gemeinschaft.
Die Kindertagesstätte verfügt über 75 Plätze, die 24 Krippenkindern (ab 1 Jahr) und 51 Kindergartenkindern (3 Jahre bis Schuleintritt) vorbehalten sind.
Es können bis zu sechs Integrativkinder bei entsprechender Auslastung und Personalstruktur aufgenommen werden, davon maximal zwei im Krippenalter.
2 Die Kindertagesstätte in der Praxis
Die Kindertagesstätte ist von 6.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Die Kindertagesstätte ist zwischen Weihnachten und Neujahr, am Brückentag nach Himmelfahrt, an zwei pädagogischen Tagen sowie in den Sommerferien zwei Wochen geschlossen.
Unsere Kindertagesstätte bietet Platz für vier altersgemischte Krippen-Gruppen mit jeweils maximal sechs Kindern sowie vier altersgemischte Kindergarten-Gruppen (drei Jahre bis Schuleintritt) mit maximal 13 Kindern.
Wir folgen dem Prinzip der teiloffenen Gruppenarbeit. Die Kinder können dabei in ihren jeweiligen Etagen frei wählen - wo, was und mit wem sie spielen und finden sich mindestens einmal am Tag in ihrer Stammgruppe zusammen. Für spezielle Aktivitäten stehen den Kindern die separaten Mehrfunktions- und Kreativitätsräume zur Verfügung, etwa für sportliche Betätigung, zum Malen, für Werkarbeiten und zum Kochen die Kinderküche.
Dieses Modell gewährleistet den Kindern einerseits Tag für Tag ihr gewohntes Umfeld, andererseits haben sie die Möglichkeit, ihren individuellen Interessen nachzugehen. Es fördert das soziale Miteinander und lässt Raum für neue Bekanntschaften und Entdeckungen.
Der Bereich für die Jüngsten besteht aus 2 Krippenwohnungen mit jeweils zwei durch eine Schiebetür getrennten Gruppenräumen für je 6 Kinder. Hier entsteht „Nestwärme“ für die Kleinsten. Im Kindergartenbereich liegen jeweils zwei Gruppenräume so nebeneinander, dass sie bei Bedarf verbunden werden können.
Kommen Kinder neu zu uns, so werden sie stufenweise und in enger Abstimmung mit den Eltern eingewöhnt. In täglichen Tür- und Angelgesprächen stimmen Erzieher und Eltern die einzelnen Schritte ab.
Das Kind und ein Elternteil halten sich zunächst für wenige Stunden gemeinsam bei uns auf, später verlassen die Eltern vormittags zeitweise die Einrichtung. In einer dritten Phase bleibt das Kind völlig ohne Eltern bei uns. Schritt für Schritt nimmt es dann an Frühstück, Mittagessen und Mittagsruhe teil, bis es sich schließlich in den Alltag der Tagesstätte eingewöhnt hat. Da diese Phase unterschiedlich lange dauern kann, richten wir uns nach dem individuellen Tempo jedes Kindes. Diese Form der Eingewöhnung ist an das Berliner Modell angelehnt.
Uns ist wichtig, dass jedes Kind mindestens eine feste Ruhephase im Kindergartenalltag hat. Zu Beginn der Mittagsruhe hören die Kinder eine Geschichte oder ein Hörspiel. Kinder, die müde sind und deren Körper den Schlaf benötigt, schlafen ganz von alleine ein. Die Kinder, die nicht einschlafen, entspannen bei einer leisen Meditationsmusik und dürfen im Anschluss leise Bücher im Bett anschauen.
3 Pädagogische Leitlinien
Alle Menschen sind von Gott geliebt, ihr Leben ist ein Geschenk. Entsprechend unseres Leitbildes werden Kinder in der Kita der Kirchgemeinde deshalb so angenommen, wie sie geschaffen wurden. Familien mit Kindern mit Behinderung sind ebenso willkommen wie Migrationsfamilien und Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf. Alle erfahren Begleitung, Hilfe und individuelle Förderung. Die Liebe zu den Kindern ist die wichtigste Voraussetzung in der gemeinsamen Arbeit. Sie sollen Nächstenliebe, Verantwortungsgefühl und Wahrhaftigkeit erfahren und diese Werte im Alltag selbst leben.
Die Kindertagesstätte begleitet, erzieht und bildet Kinder auf der Grundlage des christlichen und des humanistischen Menschenbildes. Die jeweils aktuellen Themen des kirchlichen Jahreskreises bestimmen in Kombination mit den Inhalten des sächsischen Bildungsplanes unsere kontinuierliche Bildungsarbeit mit den Kindern.
Die Kinder sind Teil der Gemeinde und erfahren darüber Gemeinschaft und Heimat – insbesondere im Glauben, im Wachsen und in der Begegnung mit anderen Menschen. Die Kirchgemeinde begleitet die Arbeit in der Kita und die Kinder beteiligen sich am
Gemeindeleben. In diesem Sinne werden Kinder in der Tagesstätte der Kirchgemeinde gebildet, erzogen und auf Schule und Leben vorbereitet. Ziel ist es ebenso, sie mit dem Gemeindeleben vertraut zu machen und sie zu Angeboten für die folgenden Lebensabschnitte einzuladen.
Im Sinne des Sächsischen Bildungsplanes legen wir in der Kindertagesstätte Wert darauf, die Mädchen und Jungen in Bezug auf verschiedene Bildungsbereiche zu fördern. Im Besonderen umfasst dies die somatische, soziale, kommunikative, ästhetische, naturwissenschaftliche und mathematische Bildung. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist die Vermittlung religiöser Grunderfahrungen. Bei der Erarbeitung von Angeboten wird auf ein ausgewogenes Verhältnis folgender Teilbereiche geachtet.
Die inhaltliche Arbeit in der Kindertagesstätte ist geprägt von dem Bewusstsein, dass Bildung ein ganzheitlicher und umfassender Prozess ist, der auf die Gesamtentwicklung der Person in ihren unterschiedlichen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen bezogen ist. Kinder wollen sich ihr Umfeld aus eigener Kraft, mit eigenen Strategien und Mitteln aneignen. Sie lernen aus Erfahrungen und eignen sich dabei Transferwissen und Kompetenzen an.
Der Alltag in der Kindertagesstätte ist daher von Mittun und Ausprobieren geprägt. Es wird ein partnerschaftlich-demokratischer Erziehungsstil gepflegt. Die Mitarbeiter respektieren die Individualität der Kinder und halten sie auch untereinander zur wechselseitigen Anerkennung verschiedener Meinungen, Vorlieben und Entwicklungsgeschwindigkeiten an. Sie unterstützen insbesondere die Ausbildung von Empathiefähigkeit und vermitteln, welche Grenzen im gemeinschaftlichen Umgang respektiert werden sollen.
Integrationskinder werden intensiv beobachtet und regelmäßig gruppenintern und einzeln gefördert. Die Eltern erhalten individuelle Beratung und Hilfestellung von uns, sowie von den Therapeuten. Es wird ein regelmäßiger interdisziplinärer Austausch zwischen Pädagogen, Therapeuten und Eltern angestrebt. Außerdem besteht eine enge Kooperation mit Sozial – Pädiatrischen - Zentrum (SPZ), Frühförderstelle, Fink e.V. und verschiedenen Therapeuten. Für jedes Kind mit Integrationsbedarf entwickeln wir individuelle Förderpläne mit Einzelvorgaben, die dem jeweiligen Bedarf angepasst sind. Das Kind mit einer Behinderung ist in die einzelne Gruppe, die Tagesstätte als Ganzes sowie auch in die teiloffene Arbeit eingebunden. Wir bieten dem Kind Hilfe zur Selbsthilfe, stärken Selbstständigkeit und Selbstvertrauen und vermitteln ein Gefühl der Zugehörigkeit. Alle Jungen und Mädchen in der Tagesstätte sollen lernen, dass jedes Kind individuell, besonders und anders ist. Punkte wie Gemeinschaft und Solidarität sind uns wichtig. Ziel ist es, dass in der Gemeinschaft die Besonderheiten der Integrationskinder akzeptiert werden.
Partizipation bedeutet, dass alle Kinder ein Beteiligungs- und Mitbestimmungsrecht haben. Die Kinder lernen dadurch eigenverantwortlich zu handeln und werden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt. Wir geben den Kindern die Möglichkeit, ihren Alltag bei uns aktiv mitzugestalten. Dies geschieht z.B. während des Freispiels; bei der Planung und Beteilung von Projekten, Aktivitäten, Ausflügen; bei den Mahlzeiten. In den Gesprächsrunden lernen die Kinder ihre Meinung offen zu sagen, die Meinungen der Anderen zu akzeptieren
und Kompromisse einzugehen. Wir ErzieherInnen nehmen die Äußerungen und Anregungen der Kinder ernst und unterstützen sie in ihrem Handeln.
Die Kindergartengruppen Finken und Rotschwänzchen starten täglich mit einem Morgenkreis in den Tag. Hier singen und beten wir gemeinsam. Neben dem freien Spiel und den stattfindenden Aktivitäten ist uns wichtig, eine Zeit für die Obst- und Trinkpause zu haben, die von jeder Gruppe individuell gestaltet wird.
In unserer Einrichtung gibt es zweimal im Monat eine Andacht, die von den Erziehern gestaltet werden und sich chronologisch an der Bibel orientieren. Davon finden mindestens sechsmal im Jahr gemeinsam mit dem Pfarrer Andachten in der Marienkirche statt. Zu besonderen Anläsen gestalten wir anhand kirchlicher und jahreszeitlicher Feste, Gottesdienste in der Marienkirche z.B. Erntedank, Martinstag und die Adventszeit.
Unsere Aktivitätsschwerpunkte sind an den Sächsischen Bildungsplan angelehnt, dazu gehören z.B. Bewegungswerkstatt (drinnen und draußen), religionspädagogische, kreative und musikalische Angebote, sowie Ausflüge.
Weiterhin haben die Kinder die Möglichkeit, verschiedene externe, für die Eltern kostenpflichtige Angebote wahrzunehmen (Musikalische Früherziehung, Frühenglisch und Sport).
4 Erziehungspartnerschaft
Die Kita ist ein Ort der Begegnung von Eltern- und Erzieherkompetenz. Sicherheit und Vertrauen sind Grundlage für eine gelingende Erziehungspartnerschaft. Um dies zu erreichen, wollen wir gemeinsam die Entwicklung des Kindes Schritt für Schritt begleiten. Der Austausch auf Augenhöhe zwischen Erziehungsberechtigten und Erziehern bildet dafür die Basis.
Die Familien sind eingeladen, sich in Abstimmung mit Träger und Leitung aktiv in die Gestaltung der Kita – Aktivitäten einzubringen und sich speziell an themenbezogene Angebote (gesunde Ernährung, Erziehung), gemeinsamen Festen, Arbeitseinsätzen, Familiengottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen, sowie bei Eltern-Kind-Nachmittagen (auch Geschwister etc. sind herzlich willkommen) zu beteiligen.
Der Elternrat besteht aus max. 6 Personen, welche von der Elternschaft einmal im Jahr gewählt werden. Er begleitet als Vertretungsgremium die Elternschaft und die Entwicklung der Kita (die detaillierte Ausführung finden Sie im Kita A-B-C). Der Elternrat unterstützt das Team der Kita und vermittelt zwischen Mitarbeitern und Elternschaft. Des Weiteren unterstützt er den Träger und die Kita bei der Durchführung der Elternumfrage.
Der Elternrat beteiligt sich bei der Planung und Organisation von Festen, Projekten und Angeboten unter Einbindung interessierter Familien.
Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Paedagogischen Konzept Langfassung (PDF, 156 KB).

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© | Letzte Aktualisierung: 04.12.2019
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