Marienkirche Leipzig-Stötteritz

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Pädagogisches Konzept

Pädagogisches Konzept – Kurzfassung

 

1.                Rahmenbedingungen

Unsere Kindertagesstätte wurde 1856 gegründet und ist somit der zweitälteste Kindergarten in Leipzig. Er befindet sich in Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Marienkirchgemeinde zu Leipzig-Stötteritz. Die Kindertagesstätte ist im Leipziger Stadtteil Stötteritz inmitten eines gründerzeitlichen Wohngebietes zwischen Oberdorfstraße und Sommerfelder Straße gelegen. In unmittelbarer Nähe befinden sich unter anderem die Marienkirche, das Pfarrhaus, das Stötteritzer Wäldchen und die Parkgärtnerei.

Zielgruppe sind vor allem Familien aus dem Stadtteil Stötteritz, bei entsprechender Kapazität aber auch aus dem Stadtgebiet von Leipzig allgemein. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Eltern aus der Gemeinde. Familien mit anderem oder ohne religiösen Hintergrund sowie mit alternativen Partnerschaftsformen sind mit ihren Kindern willkommen, sofern sie den christlichen Ansatz der Kita respektieren und für ihre Kinder mittragen wollen. Die – pädagogisch begleitete – Auseinandersetzung mit anderen Lebenskonzepten bereichert Kinder und Eltern nicht nur in ihrem Glaubensverständnis und Gottesbild, sondern auch in ihrer sozialen Entwicklung. Die evangelisch-lutherische Ausrichtung der Tagesstätte wiederum ist eine Einladung zur christlichen Gemeinschaft.

Die Kindertagesstätte verfügt über 75 Plätze. Davon sind 24 Krippenkindern (ab 1 Jahr) und 51 Kindergartenkindern (3 Jahre bis Schuleintritt) vorbehalten. Es können bis zu sechs Integrativkinder bei entsprechender Auslastung und Personalstruktur aufgenommen werden, davon maximal zwei im Krippenalter.

2.                Die Kindertagesstätte in der Praxis

Die Kindertagesstätte ist von 6.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Sie ist zwischen Weihnachten und Neujahr, am Brückentag nach Himmelfahrt, an zwei pädagogischen Tagen sowie in den Sommerferien zwei Wochen geschlossen.

Unsere Kindertagesstätte bietet Platz für vier Krippen-Gruppen mit jeweils maximal sechs Kindern sowie vier Kindergarten-Gruppen mit maximal 13 Kindern. Bei letzteren handelt es sich um altersgemischte Gruppen (drei Jahre bis Schuleintritt).

Wir folgen dem Prinzip der teiloffenen Gruppenarbeit. Die Kinder bewegen sich dabei hauptsächlich innerhalb ihres bekannten Gruppenbereichs und halten sich im der Gruppe zugeordneten Raum auf. Bei speziellen Angeboten können sich die Mädchen und Jungen jedoch zu neuen Gruppen zusammenfinden. Dabei stehen separate Mehrfunktions- und Kreativitätsräume für verschiedene Aktivitäten zur Verfügung, etwa für sportliche Betätigung, zum Malen, für Werkarbeiten und zum Kochen in der Kinderküche. Bei diesem Modell finden die Kinder einerseits Tag für Tag ihr gewohntes Umfeld vor, haben aber andererseits die Möglichkeit, ihren individuellen Interessen nachzugehen. Es fördert das soziale Miteinander und lässt Raum für neue Bekanntschaften und Entdeckungen.

Der Bereich für die Jüngsten besteht aus 2 Krippenwohnungen mit jeweils zwei durch eine Schiebetür getrennten Gruppenräumen für je 6 Kinder. Hier entsteht „Nestwärme“ für die Kleinsten. Im Kindergartenbereich liegen jeweils zwei Gruppenräume so nebeneinander, dass sie bei Bedarf verbunden werden können.

Kommen Kinder neu zu uns, so werden sie stufenweise und in enger Abstimmung mit den Eltern eingewöhnt. In täglichen Tür- und Angelgesprächen stimmen Erzieher und Eltern die einzelnen Schritte ab.

Das Kind und ein Elternteil halten sich zunächst für wenige Stunden gemeinsam bei uns auf, später verlassen die Eltern vormittags zeitweise die Einrichtung. In einer dritten Phase bleibt das Kind völlig ohne Eltern bei uns. Schritt für Schritt nimmt es dann an Frühstück, Mittagessen und Mittagsruhe teil, bis es sich schließlich in den Alltag der Tagesstätte eingewöhnt hat. Weil diese Phase unterschiedlich lange dauern kann, richten wir uns nach dem individuellen Tempo jedes Kindes. Am Ende der Eingewöhnung findet ein ausführliches Gespräch mit den Eltern über Verlauf und Erfolg statt.

3.                Pädagogische Leitlinien

Alle Menschen sind von Gott geliebt, ihr Leben ist ein Geschenk. Entsprechend unseres Leitbildes werden Kinder in der Kita der Kirchgemeinde deshalb so angenommen, wie sie geschaffen wurden. Familien mit Kindern mit Behinderung sind ebenso willkommen wie Migrationsfamilien und Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf. Alle erfahren Begleitung, Hilfe und individuelle Förderung Die Liebe zu den Kindern ist die wichtigste Voraussetzung in der gemeinsamen Arbeit. Sie sollen Nächstenliebe, Verantwortungsgefühl und Wahrhaftigkeit erfahren und diese Werte im Alltag selbst leben.

Die Kindertagesstätte begleitet, erzieht und bildet Kinder auf der Grundlage des christlichen und des humanistischen Menschenbildes. Die jeweils aktuellen Themen des kirchlichen Jahreskreises bestimmen in Kombination mit den Inhalten des sächsischen Bildungsplanes unsere kontinuierliche Bildungsarbeit mit den Kindern.

Die Kinder sind Teil der Gemeinde und erfahren darüber Gemeinschaft und Heimat – insbesondere im Glauben, im Wachsen und in der Begegnung mit anderen Menschen. Die Kirchgemeinde begleitet die Arbeit in der Kita und die Kinder beteiligen sich am Gemeindeleben. In diesem Sinne werden Kinder in der Tagesstätte der Kirchgemeinde gebildet, erzogen und auf Schule und Leben vorbereitet. Ziel ist es ebenso, sie mit dem Gemeindeleben vertraut zu machen und sie zu Angeboten für die folgenden Lebensabschnitte einzuladen.

Im Sinne des Sächsischen Bildungsplanes legen wir in der Kindertagesstätte Wert darauf, die Mädchen und Jungen in Bezug auf verschiedene Bildungsbereiche zu fördern. Im Besonderen umfasst dies die somatische, soziale, kommunikative, ästhetische, naturwissenschaftliche und mathematische Bildung. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist die Vermittlung religiöser Grunderfahrungen. Bei der Erarbeitung von Angeboten wird auf ein ausgewogenes Verhältnis der Teilbereiche geachtet.

Die inhaltliche Arbeit in der Kindertagesstätte ist geprägt von dem Bewusstsein, dass Bildung ein ganzheitlicher, umfassender Prozess ist, der auf die Gesamtentwicklung der Person in ihren unterschiedlichen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsweisen bezogen ist. Kinder wollen sich ihr Umfeld aus eigener Kraft, mit eigenen Strategien und Mitteln aneignen. Sie lernen aus Erfahrungen und eignen sich dabei Transferwissen und Kompetenzen an.

Der Alltag in der Kindertagesstätte ist daher von Mittun und Ausprobieren geprägt, es wird ein partnerschaftlich-demokratischer Erziehungsstil gepflegt. Die Mitarbeiter respektieren die Individualität der Kinder und halten sie auch untereinander zur wechselseitigen Anerkennung verschiedener Meinungen, Vorlieben und Entwicklungsgeschwindigkeiten an. Sie unterstützen insbesondere die Ausbildung von Empathiefähigkeit und vermitteln, welche Grenzen im gemeinschaftlichen Umgang respektiert werden sollen.

Für jedes Kind mit Integrationsbedarf entwickeln wir individuelle Förderpläne mit Einzelvorgaben, die dem jeweiligen Bedarf angepasst sind. Das Kind mit einer Behinderung ist in die einzelne Gruppe, die Tagesstätte als Ganzes sowie auch in die teiloffene Arbeit eingebunden. Wir bieten dem Kind Hilfe zur Selbsthilfe, stärken Selbstständigkeit und Selbstvertrauen, vermitteln ein Gefühl der Zugehörigkeit. Alle Jungen und Mädchen in der Tagesstätte sollen lernen, dass jedes Kind individuell, besonders und anders ist. Punkte wie Gemeinschaft und Solidarität sind uns wichtig. Ziel ist es, dass in der Gemeinschaft die Besonderheiten der Integrationskinder akzeptiert werden.

Täglich findet ein Morgenkreis mit Gesang, Gebet und offenem Ohr für die Sorgen und Anliegen der Kinder statt. Wir halten einmal im Monat gemeinsam mit dem Pfarrer, dem Gemeindepädagogen oder der Kantorin Andacht in der Marienkirche und feiern die kirchlichen und jahreszeitlichen Feste. Zu besonderen Anlässen gestalten wir die Gottesdienste in der Marienkirche mit, zum Beispiel zu Erntedank, am Martinstag und im Advent.

Zu unserem Programm gehören zudem Besuche in Museen, Bibliotheken, bei Konzerten und bei Leipziger Sportvereinen. Für Weihnachten bereiten wir ein Krippenspiel vor und zeigen dies im Gottesdienst in der Marienkirche. Zum Thema Verkehrserziehung arbeiten wir mit der Verkehrswacht Leipzig zusammen.

Weitere eigene Angebote sind die Vorkurrende (Kinder-Singegruppe) mit der Kantorin der Marienkirchgemeinde, Kindergarten-Sport, Kreative Gestaltung, Religionspädagogische Angebote sowie die Nutzung der Kreativräume im Altbau. Für die älteren Kinder findet im Jahr vor der Einschulung wöchentlich Vorschule statt, während der die Teilnehmer schrittweise an die Lernprozesse, die sie später erwarten, herangeführt werden. Auf Wunsch können außerdem einige kostenpflichtige Angebote externer Träger wahrgenommen werden (z. B. Musikalische Früherziehung, Englisch).

4.                Elternarbeit

Der Elternrat begleitet als Vertretungsgremium der Elternschaft die Entwicklung der Kindertagesstätte. Im Rahmen regelmäßiger Elternabende, die gemeinsam mit dem Elternrat gestaltet werden, informieren Träger und Personal der Tagesstätte alle Interessenten über aktuelle Entwicklungen und anstehende Projekte.

Die Eltern sind eingeladen, sich in Abstimmung mit Träger und Leitung aktiv in die Gestaltung der Kita-Angebote einzubringen. Wünschenswert ist darüber hinaus, dass die Eltern Beiträge des Kindergartens zum Gemeindeleben und Angebote an die Öffentlichkeit mitgestalten, zum Beispiel Gemeindeveranstaltungen und Gottesdienste.

 

Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Pädagogischen Konzept.Paedagogisches_Konzept_Langfassung (PDF, 156 KB)

 

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© | Letzte Aktualisierung: 04.02.2019
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