Marienkirche Leipzig-Stötteritz

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Das Tafelbild

Das Tafelbild am Altar

Das Tryptichon zeigt von links nach rechts entscheidende Ereignisse aus Leiden, Tod und Auferstehung Jesu. Jede der drei Tafeln zeigt eine Szene im Vordergrund und eine im Hintergrund. Ein gemalter Weg führt den Betrachter durch die über die drei Tafeln durchgehend gemalte Landschaft von Szene zu Szene.

Linke Seite:

Im Vordergrund ist Jesus im Garten Gethsemane mit den Jüngern Petrus (im weißen Gewand), Johannes (im grünen Gewand) und Jakobus (rotes Gewand) zu sehen. Petrus hat ein Schwert in der Hand, mit dem er einem Tempelsoldaten ein Ohr abschlagen wird, das Jesus dann aber wieder anheilt. Hinten kommt im gelben Gewand Judas Ischarioth. Er weist mit dem Finger der einen Hand auf Jesus und hat in der anderen Hand einen Beutel mit Geld, das er für den Verrat bekommen hat.

Mitte:

Im Hintergrund bricht Jesus beim Kreuztragen zusammen, im Vordergrund ist die Kreuzigung dargestellt. Am Fuß des Kreuzes kniet Maria von Magdala. Links hinter ihr steht mit gekreuzten Armen Maria, die Mutter Jesu, hinter ihr Salome und neben ihr Maria, die Mutter des Jakobus. Die anderen Frauen werden in der Bibel nicht genannt. Alle Personen sind der Mode des späten Mittelalters gemäß gekleidet.

Rechte Seite:

Im Vordergrund ist die Auferstehung dargestellt. Die Darstellung des Grabes in Form eines steinernen Sarges ist typisch für Nürnberg in dieser Zeit. Jesus hält einen Kreuzstab aus Bergkristall mit der Siegesfahne in der Hand. Seine Augen sind stereotyp gemalt, d.h. wo der Betrachter auch steht, immer sehen ihn die Augen Jesu an. Im Hintergrund sieht man drei Frauen kommen, die Jesu Leichnam mit kostbaren Ölen salben wollen. Noch weiter hinten ist Petrus in einer Grabeshöhle dargestellt, der nach einer Legende drei Tage über seinen Verrat geweint hat.

Rückseite:

Auch die Rückseite des Altarbildes ist bemalt. Bei sog.  Wandelaltaren wurde die meist aufwändiger bemalte Innenseite nur an Festtagen gezeigt, ansonsten war das dreiteilige Bild zugeklappt.  Bei dem Tafelbild in der Marienkirche scheint diese Bestimmung allerdings schon zur Entstehungszeit aufgegeben worden zu sein, denn es finden sich keine Spuren von Scharnieren, und die auf der Rückseite in Temperafarben ausgeführten Bilder wirken wie nicht fortgeführte Entwürfe. Auf der einen Seite sind die Märtyrer Johannes und Paulus von Rom aus dem 4. Jahrhundert zu sehen, auf der anderen die Steinigung des heiligen Stephanus.

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© | Letzte Aktualisierung: 04.09.2020
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